Bärcheninfernos, Mode, Tiere, Kuchen und ein Besuch in der Kutscherei

Während die Mädels sich nebenan bereits zur Ruhe begeben haben hört der Kindsvater sich das Mitternachtskonzert der „Shins“ im Radio an und sortiert noch ein paar Bilder aus den letzten Tagen.

Zum Beispiel das „Bärcheninferno“. OK, es ist nun mal so, dass man Kindern zuschreibt, dass sie es bunt besonders gerne mögen und das Bärchenmotiv ist ja bei Produkten für die Altersklasse U10 sowieso allgegenwärtig, aber diese Bärchenbettwäsche schlägt alles sonst bisher Vorhandene eindeutig um Längen. Die tiefenpsychologischen Auswirkungen der Nachtruhe in solchem Tuch mag ich nicht wirklich hinterfragen. Nun ist Martha freundlicherweise noch zu klein dafür. Sie ruht nächtens im Schlafsack in der Wiege. Bis sie ins Bärchenuniversum des Kinderbetts umzieht ist es noch ein bissel hin und die Bettwäsche ja bis dahin vielleicht zufällig durch irgendeinen Waschmaschinenunfall farblich so weit modifiziert, dass es nicht ganz so ins Auge haut … mal schauen.

Baercheninferno

Schicke neue Klamotten für Martha gab’s dieser Tage gleich mehrfach und auch wenn die hier gezeigten Teile größenbedingt noch ein paar Tage auf ihre Verwendung am Kind warten müssen, haben wir uns doch sehr gefreut und warten schon fußwippend auf die Zeit, wenn die superkuschelige Strickjacke mit den dicken Knöpfen …

Jacke

… und das extrem coole“Esprit-Rotnasenrentiershirt“ von Carola an die Tochter passen und wir sie damit ausführen dürfen!

rotnase

Derzeit würde Martha darin noch einigermaßen verschwinden. Sie wächst zwar prächtig und hat auch, dank der nahrhaften Vollversorgung aus der Kindsmutter, schon so viel zugelegt, dass sie inzwischen fast doppelt so viel wiegt wie bei ihrer Geburt, verschwindet aber mit Ihren 54 cm immernoch weitgehend im Tuch. Trotzdem: Der erste Satz Klamotten (also alles was Größe 50 hat) ist zu ihrem heutigen zweimonatigen Geburtstag einigermaßen grenzwertig oder eben auch schon durch. Immerhin müssen wir sie nicht mehr „breit wickeln“, was der ein oder anderen Klamotte noch ein bis zwei weitere Wochen Verwendungsdauer beschert, da ja jetzt um den Babyhintern doch noch mal ein bissel mehr Platz ist, als bisher, weil ja nun keine Stoffwindel mehr dazu gepackt werden muss, damit Beinchen und Beckenknochen die richtige Verbindung eingehen. Das ist nun laut Orthopädin gut und da wo’s hin soll. Also jetzt ein Handgriff weniger beim Wickeln und für Martha mehr Freiheit zum Strampeln. Juchei!

ankespiegel

Auf’m Bauch fühlt sich Tochter auch weitgehend ziemlich wohl. Natürlich besonders an der Stelle wo sie einst ausgeschlüpft ist, aber auch beim Kindsvater. So eingehüllt und getragen hat sie neulich auch ihre Zirkuszeltpremiere beim Varieté des ZirCouplet verbracht. Die geschossenen Tickets zu nutzen war eines der vielen Experimente, bei denen uns Martha bisher so erfreulich gut von der Hand geht, dass wir Lust auf „mehr“ bekommen. Gut gefüttert und schlafend im Kinderwagen zum Ostbahnhof geschoben hat sie tatsächlich 3/4 der Vorstellung ohne Murren vor meinem Bauch gebunden mitgemacht. Mal durch tiefe Basstöne, die sie so intensiv noch nicht hatte, mal durch plötzlichen Applaus ein wenig irritiert, ansonsten aber doch gewohnt langmütig und friedlich. Solange sich angekuschelt werden kann ist die Welt für sie in Ordnung. Hunger war dann zum Ende des ersten Teils der „Ich geh dann mal mit ihr raus“-Faktor, aber nach erfolgter Stillung in der Pause ging der zweite Teil dann komplett über die Bühne und am Ende waren wir sehr froh, dieses schöne, sympathische Programm gesehen und es nicht in vorauseilenden Gehorsam geklemmt zu haben. Ein schicker Abend, auch mit Kleinstkind. Danke Martha!

couch

Nach derlei Anstrengungen ist halt an manchen Tagen eine Schlafsondereinheit auf Vaterns Bauch fällig, die nicht selten dazu führt, dass auch dieser eine Sonderschicht schläft. Die ganze Zeit ging das in dieser Position, aber so langsam wird’s eng, da Martha bewegungstechnisch so weit ist, dass ich nicht mehr sicher bin, ob sie sich nicht von mir runter robbt. Dieser Tage ist die „Pinguinnummer“ dran. Auf dem Bauch mit abgespreizten Gliedmassen durch Wippbewegungen voran kommen. Das konvexe Aufeinandertreffen des wippenden Kindes mit meinem Bauch wirkt mir dann auf die Dauer doch soweit instabil, dass ich dabei lieber wach bleibe um sicherzugehen, dass Tochter beim Turnen nicht abstürzt.

hand

Manchmal spielen wir dann lustige Spiele, wie zum Beispiel „es kommt eine große fünfbeinige Spinne und krabbelt über dein Gesicht“. Auch hier hat mich eine Martha-Schramme soweit lernen lassen, daß ich inzwischen bei der Beschäftigung mit dem zarten, sich aber mitunter unverhofft heftig bewegenden Wesen dann doch vorsichtshalber den Ring ausziehe.

Tiere

Und manchmal, wenn wir so fröhlich aufeinander rumturnen, machen die Kumpelz auch mit!

Ein weiteres Mosaiksteinchen der Entwickling hin zur klassischen Kleinfamilie ist, dass entgegen jedweder alten Gewohnheit inzwischen hin und wieder Kuchen gebacken werden. Nicht nur dass immer häufiger vorkommender Kaffeeebesuch das sinnvoll macht. Wir haben wider Erwarten Spass daran und die Ergebnisse sind, da im Zweifel ein klares Bekenntnis gegen das Experiment, dafür zur Backmischung abgegeben wird, bisher auch allesamt lecker und genießbar. Käsekuchen nach Rezept ohne Vorgefertigtes wäre dann der nächste Schritt. Vielleicht als Nachtisch zur Gans, die in diesem Jahr nur unter Mühen Platz im vorweihnachtlichen Kalender gefunden hat. Der „freie Tag zur Geburt eines leiblichen Kindes“, den der Verkehrsbetrieb auch mir gewährt, macht’s erst möglich. Ansonsten sind alle Advendswochenenden und die gesammelten Weihnachtsfeiertage Arbeitstage für den Kutscher.

kuchen

Apropos Verkehrsbetrieb. Als Fahrgästin war Martha ja schon im Bus unterwegs. Letzten Samstag hat sie aber zum ersten Mal mit einem leibhaftigen berliner Busfahrer gekuschelt. Das darf auch, denn schließlich sind die beiden verwandt!

KUTSCHE

Probesitzen hatten wir dann auch schon, aber bis sie den Fahrer/innenarbeitsplatz ausfüllen könnte wird’s wohl noch eine Weile dauern und dann ist da ja noch das gesetzliche Mindestalter, von wegen Personenbeförderung und so.

kUTSCHERIN

Martha war’s wohl reichlich egal, ob nun der Papa oder ein anderer Kutscher die Kiste lenkt, dem Papa aber nicht. Jetzt hab ich Frau und Tochter mal gemeinsam kutschiert. Schöne Premiere, zumal ich bei meinem ersten Dienst nach zwei Monaten gar nicht mit so nettem Beuch gerechnet hatte.

never sorry

Zum Versuch des Buslenkeranfixens bezog Tochter allerdings dann doch noch eindeutig Position, wie der hochschnellende Mittelfinger dokumentiert: „Netter Versuch, aber … „.

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