Zu Wasser, zu Land und in der Luft_3 „In der Luft“

Alles etwas aus den Fugen geraten hier. Ein Sommer ist an uns vorüber geflogen, Martha-Zeit hat eine völlig andere Dimension. Nun kracht und knackt es schon wieder durch’s offene Küchenfenster, wenn die Kastanien zwischen den Riegelbauten von den Bäumen fallen. Dieses Geräusch, welches ab und an die nächtliche Stille unterbricht, zeigt ihn an, den Herbst der längst über das Land gekommen ist, für unser Gefühl schneller als jeder andere zuvor.

regenmarth

Martha ist ein Jahr alt geworden und geht seit Anfang der Woche in die Kita. Genau genommen geht sie noch nicht, sondern wird von der Kindsmutter gefahren, getragen oder auf dem Fahrrad chauffiert.

Es gab und gibt vieles zu berichten. Leider hing der Blog fast das ganze Jahr über ziemlich in der Luft. Das neue Leben mit Kind, der neue Job und nicht zuletzt die andauernde Hardware-Misere väterlicherseits haben das ausgebremst. Immerhin gab es (fast) jeden Tag ein Bild in der Facebook Chronik. „The daily Marth“ ist einigen zur lieben Gewohnheit geworden dort.

Trotzdem soll es nun hier weitergehen, da FB als Plattform doch sehr offen ist und die Bedenken bezüglich der unauslöschlichen Datenspuren im weltweiten Netz, welche die ebenfalls vorhandenen kritischen Begleiter des täglichen Martha-Bildes vorbrachten, ihre Berechtigung haben. Wir werden sehen, wie auf lange Sicht damit umzugehen ist.

Um die entstandene Lücke ein stückweit zu schließen gehen wir zurück, lassen den Sommer noch einmal zur Hintertür herein und springen in den vergangenen Juli, als Martha zum ersten mal in die Luft ging.

reise

Petra und die Kinder ziehen um und das ist eine ganz schön aufreibende Angelegenheit. Mutter und Tochter wollen dabei sein und helfen. Also wird der vermeindlich bequemste Weg gewählt, denn spätestens nach der Usedom Erfahrung an Pfingsten wissen wir das längere Bahnreisen mit Martha schon ein ganz schöner Auftrieb sind. Der Flug nach Frankfurt ist die vermeintlich schnellere Alternative und dazu noch günstiger zu haben.

Zwölf Tage sind die Beiden weg und es ist schon mehr als ungewohnt, das Quäken nicht zu hören und keine Möglichkeit zu haben, in das freundlich zugewandte Lachen unserer Tochter eintauchen zu können, wie ich es inzwischen mehr als nur gewohnt bin.

ingelheim

Martha übersteht den Flug ohne große Pannen. Ich wäre gerne dabei gewesen und habe einen ziemlichen Respekt vor der logistischen Leistung der Kindsmutter, die mit Kind, Kinderwagen und Gepäck für zwei das Handling der Reise alleine stemmt.

Die Rückmeldungen am Telefon machen mich mehr als einmal ziemlich wehmütig, ob der Entfernung in der sich das alles abspielt. Die wichtigsten Menschen sind ein halbes Land weit entfernt und auch wenn die Kleinfamilie in ein paar Tagen zurückkommt, bleiben die Freunde doch weit entfernt. Selten ist das so spürbar wie in diesen Tagen, weil wir doch auch Dinge brauchen miteinander, die nicht über Internet und Telefon abzubilden sind.

auto_01

Marthas erster Flug also. Und dazu gleich weitere Premieren zuhauf. Die Babyschale wird durch Davids Kindersitz ersetzt und das große Mädchen hat sichtlich Freude daran von nun an aufrecht dabei zu sein! So sieht man ja auch viel mehr, wenn es im Auto von Ingelheim nach Gross-Winternheim und wieder zurück geht, was wohl etliche Male nötig ist … Umzug eben.

ingelheimbett

Noch einmal wird die Sitzbank zum Kinderbettchen. Einfach nur umgedreht und an die Wand gestellt und es ist ein weiteres Mal so augenfällig traurig, dass Michael unsere Tochter nicht mehr live erlebt.

bild_essen

Ich kenne all die Momente dieser Tage nur aus Erzählungen und von Bildern. Eines meiner Liebsten darunter zeigt The Marth, wie sie ein Bild von Julia, die Martha quäkend mit offenem Mund gemalt hat, genüsslich aufzuessen versucht. Statt „ich esse meine Faust“, wie ich es gewohnt war, sehe ich nun auf dem Photo „ich esse mein Portrait“. Wie die Zeit vergeht …

Dieser Beitrag wurde unter Alles Neu !!, Leben an sich veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar